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Medien als Beruf?

Franzi | 11. Januar 2010

Beruf – Berufung – Profession … diese Begriffe scheinen für traditionelle – und jetzt muss ich das Wort benutzen – Berufe zu gelten, aber treffen nicht unmittelbar auf Medienberufe zu. Natürlich gibt es diverse Tätigkeiten, die sich bereits soweit etabliert haben, sodass man von einem Beruf sprechen kann, aber gerade im Online-Bereich sind die Grenzen vage und verwischt. Das Tätigkeitsfeld des Journalismus scheint klar definiert – gilt dies aber auch für den Online-Journalismus? Oder sind Online-Journalisten keine echten Journalisten – oder einfach andere? Dann müsste aber auch die Bezeichnung anders sein. Für Werber und PRler gilt dies noch mehr, denn schon im Offline-Modus wissen sie sich nicht eindeutig zu definieren und zu positionieren, was an ihrer permanenten Veränderung der Tätigkeitsfelder und generellen großen Bandbreite der Tätigkeiten liegt. Im Online-Bereich verstärken sich diese Unsicherheiten noch weiter. Auch überschneiden sich die Tätigkeitsfelder von PR, Journalismus und Werbung, sodass es leicht möglich ist, zwischen den Berufen zu wechseln. An der RWTH Aachen wird derzeit eine Studie durchgeführt, die ermitteln soll, ob die genannten Medienberufe sich so identisch sind, sodass daraus die Möglichkeit zum Wechsel innerhalb dieser Tätigkeitsfelder resultiert, wie charakteristische Medienbiographien aussehen, was typische Einstiege in die jeweiligen Berufe sind und welche Arbeiten entsprechend zu den Berufen gehören, um daraus eindeutige Berufsbilder definieren zu können.

Durch das Internet mit seinen erweiternden und ersetzenden Möglichkeiten wird traditionellen Medien eine neue Funktion zugewiesen, genau wie die Medien erhalten auch die Berufe eine andere Funktion, verändern sich, entwickeln sich in diverse Richtungen. Dass es dafür noch keine „richtigen“, allgemein anerkannten, eindeutigen Bezeichnungen gibt – ist das so wichtig?

Aktualisiert am 11. Januar 2010