Der Journalist als Marke?
Dirk | 1. Februar 2011

Foto CC Mike Licht
David Pogue, Richard Gutjahr, Ulrike Langer – alle drei sind Journalisten und alle drei arbeiten nicht nur versteckt hinter einem Namenskürzel, sondern sind durch das Web zu eigenen Marken geworden (oder zumindest auf dem besten Weg dorthin).
Durch Web-Videos, Blogs und natürlich Twitter haben die drei ihre eigene Gemeinde an Fans und Followern aufgebaut, die ihre Arbeit (auch kritisch) begleiten. Dabei nutzen sie nicht nur die Medien ihrer Arbeit- bzw. Auftraggeber, sondern bauen gezielt auf eigene Präsenzen, sei es in Form von Blogs, Twitter-Accounts oder Facebook-Profilen.
Blogpost statt Leserbrief, @Reply über Twitter statt Telefonanruf - die Neuen Medien haben diesen direkten Kontakt mit Journalisten deutlich vereinfacht, beschleunigt und damit in dieser Größenordnung erst möglich gemacht. Während sich einige Journalisten erst an diese neue Direktheit gewöhnen müssen, ergreifen andere die Gelegenheit, um ganz direkt über ihre Arbeit zu berichten, sich von Followern inspirieren zu lassen und damit schließlich ihre eigene Marke zu stärken. Als Vorbild für eine enge Bindung von Twitter und Journalismus kann Großbritannien gelten, wo ein Twitter-Account bei einigen Medien, bspw. dem Guardian, quasi zur Grundausstattung eines Journalisten gehört.
Das Zentrum der journalistischen Markenbildung ist, zumindest in Deutschland, aber ein eigenes Blog, so der Tenor eines Panels mit Ulrike Langer und Richard Gutjahr auf den Medientagen München. Ebenjenes kostenlose zur Verfügung stellen der eigenen journalistische Arbeit im Blog kostet dabei aber offenbar Überwindung und wird von einigen Medienschaffenden kritisch gesehen. Auch die Offenheit über aktuelle Projekte vorab zu twittern, kennt viele Kritiker. Dabei bietet diese Transparenz auch viele Chancen: die vielzitierte “Followerpower” kann einem twitternden Journalisten den vielleicht entscheidenden Hinweis auf eine wirklich spannende Geschichte geben. Nicht zuletzt gibt es mit Kachingle oder Flattr auch die Chance auf finanzielle Kompensation für die geleistete Arbeit.
Für die Pressearbeit bedeuten twitternde und bloggende Journalisten eine große Chance. Nach wie vor bleiben persönliche Kontakte der wichtigste Schlüssel, aber gerade die können dank der Neuen Medien auch leichter geknüpft werden. Der Journalist, der über den Gegenstand seiner aktuellen Recherche twittert, kann zudem gezielt mit den richtigen – und damit auch interessanten – Informationen versorgt werden – so können beide Seiten profitieren.
Machen also einige Journalisten bereits vor, was Markus Albers in seinem Buch “Meconomy” postuliert? Werden wir alle, durch die Möglichkeiten, die Blogs, Twitter und Facebook bieten zu unserer eigenen Marke?
Aktualisiert am 1. Februar 2011
Tags:Blog, Brand, Facebook, Journalismus, Marke, Meconomy, Reputation, Twitter




Social Media