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	<title>Die Medienblogger &#187; Timm</title>
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		<title>Harte Häuserfronten</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 10:09:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Street View]]></category>
		<category><![CDATA[Privacy]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich spare mir die lange und breite Einleitung. Es ist ohnehin klar worauf ich hinaus will, und es wurde schon 1. zu viel und 2. das Falsche über Google Street View geschrieben. Wir stecken mitten in einer Auseinandersetzung, die einem Grabenkrieg ähnelt. Jasager sind leichtgläubige Technikjunkies, Neinsager sind uncoole Rentner oder übermotivierte Datenschützer. Darauf habe ich keine Lust, auch wenn ich generell die 2. Möglichkeit der Aussage in 1. Variante vertreten würde.
Ich möchte gerne vorspulen zu dem Zeitpunkt, an dem man sich unterhält und sagt &#8220;Weißt du noch damals, als Google gezwungen wurde, einzelne Häuser zu verpixeln?&#8221; &#8211; &#8220;Oh ja,  <a class="more-link" href="http://www.die-medienblogger.de/623/harte-hauserfronten/"><span class="highlighted">&#8230; [Weiterlesen]</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich spare mir die lange und breite Einleitung. Es ist ohnehin klar worauf ich hinaus will, und es wurde schon 1. zu viel und 2. das Falsche über Google Street View geschrieben. Wir stecken mitten in einer Auseinandersetzung, die einem Grabenkrieg ähnelt. Jasager sind leichtgläubige Technikjunkies, Neinsager sind uncoole Rentner oder übermotivierte Datenschützer. Darauf habe ich keine Lust, auch wenn ich generell die 2. Möglichkeit der Aussage in 1. Variante vertreten würde.</p>
<p>Ich möchte gerne vorspulen zu dem Zeitpunkt, an dem man sich unterhält und sagt &#8220;Weißt du noch damals, als Google gezwungen wurde, einzelne Häuser zu verpixeln?&#8221; &#8211; &#8220;Oh ja, damals hat man sogar noch Mäuse benutzt um am PC zu arbeiten!&#8221; &#8211; Mit etwas Abstand, ohne dass ängstliche Zeitgenossen von bösen Google-Autos träumen.</p>
<p>Der aktuelle Zustand ist eine Form des &#8220;<strong>Internet Light</strong>&#8220;, nach dem die deutsche Politik ohnehin strebt. Dass ängstliche Bürger im Einklang gerne Horrormeldungen über Google aufmerksam verfolgen &#8211; geschenkt. <span id="more-623"></span> Ob <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/jmstv-meinungsschnippsel-aus-nrw/">Jugendmedienschutzstaatsvertrag</a> (hab ichs richtig geschrieben?), die gute alte #Zensursula-Initiative, <a href="http://www.netzpolitik.org/?s=quality+of+service">&#8220;Quality of Service&#8221; aka &#8220;Netzneutralität wie sie sich Provider vorstellen&#8221;</a> und überhaupt &#8220;rechtsfreier Raum!&#8221; &#8211; die diffuse Angst und daraus folgend Unbeholfenheit der Politik vor dem Internet ist ganz offensichtlich nur die Vorratspackung, von der auch die beim Bürger geschürte Angst vor Street View zehrt.</p>
<p>Mit der Auswirkung, dass nun bei Google jeder einzelne Bürger durch Verpixelungswunsch selbst manifestieren durfte, wie schwer er von Begriff ist. Oder&#8230;? Ach ja, leider nicht, denn natürlich kann Google nur ganze Häuser verpixeln. Sippenhaft verkehrt herum auf eigenen Wunsch also.<br />
Die Frage, warum sich eigentlich jemand erdreistet, sein Möchtegern-Datenschutzgefühl einer ganzen Hausgemeinschaft zu oktroyieren, <a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/11/27/bin-jetzt-bei-panoramio/">stellt Udo Vetter ganz zu Recht im LawBlog</a>.</p>
<p>Zur Klarstellung: Wer begründet gegen Google Street View ist kann das gerne sein, das respektiere ich unter Umständen sogar. Was ich kritisiere, ist das uninformierte Ablehnen allein aufgrund unzähliger paranoider &#8220;<strong>Datenkrake Google!</strong>&#8220;-Titel diverser Publikationen. Fragen mich in Zukunft Menschen nach dem Weg, werde ich ihnen per Google Maps nur weiterhelfen, wenn sie ihr Haus nicht haben verpixeln lassen.<br />
Denn diese Haltung ist nichts anderes als innovationsresistent. Oft waren dazu auf Twitter z.B. Kommentare zu lesen wie<br />
&#8220;<em>Wundert mich, dass sich elektrischer Strom in Deutschland so schnell durchgesetzt hat</em>&#8220;. Dem ist nichts hinzuzufügen.</p>
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		<title>Probieren kostet ja nichts</title>
		<link>http://www.die-medienblogger.de/517/probieren-kostet-ja-nichts/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 00:52:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Neugierde]]></category>
		<category><![CDATA[Trial & Error]]></category>
		<category><![CDATA[wer nichts wagt der nichts gewinnt]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://www.flickr.com/photos/wfyurasko/3827876748/"><img class="size-full wp-image-531 " src="http://www.die-medienblogger.de/wp-content/uploads/noToll.jpg" alt="noToll" width="540" height="263" /></a><em>Foto von "wfyurasko", genutzt unter CC-Lizenz</em>

Ein ganz, ganz signifikanter Faktor am Social Web ist, dass es immer etwas neues gibt. Sobald ein "etwas" aus der großen Masse des Neuen herausschicht, berichten sehr schnell sehr viele Stellen darüber. Es könnte ja das nächste große Ding sein, "Twitter II" quasi. Es gibt Menschen wie Herrn Schirrmacher, die "da nicht mehr mitkommen", die zur Mäßigung aufrufen und dazu, "den Computer" doch häufiger mal auszuschalten.
Das ist in etwa so, als ob sich der Papst zur neusten Entwicklung auf dem Spirituosenmarkt äußern würde. Da spricht jemand, der mehr Angst als Zuversicht und Ahnung hat. Bedenken an dem ganzen technischen Kram äußern mag von Zeit zu Zeit populär sein, aber "<em>so kommen wir ja nicht weiter</em>", um Franjo Pooth zu zitieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/wfyurasko/3827876748/"><img class="size-full wp-image-531 " src="http://www.die-medienblogger.de/wp-content/uploads/noToll.jpg" alt="noToll" width="540" height="263" /></a><em>Foto von &#8220;wfyurasko&#8221;, genutzt unter CC-Lizenz</em></p>
<p>Ein ganz, ganz signifikanter Faktor am Social Web ist, dass es immer etwas Neues gibt. Sobald ein &#8220;etwas&#8221; aus der großen Masse des Neuen herausschicht, berichten sehr schnell sehr viele Stellen darüber. Es könnte ja das nächste große Ding sein, &#8220;Twitter II&#8221; quasi. Es gibt Menschen wie Herrn Schirrmacher, die &#8220;da nicht mehr mitkommen&#8221;, die zur Mäßigung aufrufen und dazu, &#8220;den Computer&#8221; doch häufiger mal auszuschalten.<br />
Das ist in etwa so, als ob sich der Papst zur neusten Entwicklung auf dem Spirituosenmarkt äußern würde. Da spricht jemand, der mehr Angst als Zuversicht und Ahnung hat. Bedenken an dem ganzen technischen Kram äußern mag von Zeit zu Zeit populär sein, aber &#8220;<em>so kommen wir ja nicht weiter</em>&#8220;, um Franjo Pooth zu zitieren.<br />
<span id="more-517"></span><br />
Einige neue Dienste, Apps oder Funktionen tauchen auf, und man fragt sich: &#8220;Wofür?&#8221; &#8211; Ein halbes Jahr später ist man begeisterter Benutzer, und denkt sich: &#8220;Hätte ich das mal früher probiert&#8221;<br />
Ich möchte darauf hinaus, dass eine tolle Eigenschaft des Social Web ist, dass jeder alles sofort ausprobieren kann. Geschlossene Betatests sind natürlich ausgenommen, aber so häufig sind diese auch nicht. Im Kontrast zum neuen Siebener oder A8, den verschiedene Magazine mit verschiedenen Autoren mit subjektiven Meinungen antesten, kann man sich bei neuen Diensten meist vollkommen kostenlos anmelden, oder zumindest Programme als kostenlose Version mit Werbung testen. Nun schließt sich der Kreis zu der etwas allein stehenden Einleitung: Statt sich durch überschwängliche und im Ton gefärbte Berichterstattung verrückt machen zu lassen, kann der gewiefte User den Dienst selber ausprobieren.</p>
<p><strong>Nicht zu früh debattieren</strong><br />
Anstatt wochenlang eine groß angelegte Grundsatzdebatte darüber zu führen, was man denn braucht und was man nicht braucht, kann man es einfach ausprobieren. Das geht schneller, als das Ende der eben genannten Debatte abzuwarten, und man ist am Ende sogar eine eigene Einschätzung reicher.<br />
Denkt man an die Aufregung zurück, die herrschte als Twitter nach Europa schwappte: Unglaublich. Ich möchte nicht wissen, wie wenige Wörter diejenigen auf Twitter gelesen haben, die sich sehr wortreich über die Unnötigkeit einer 140 Zeichen-Nachricht ausgelassen haben.</p>
<p>Es ist, als fragte ein reiner E-Mail-Schreiber, wozu er denn einen Instant Messenger benötige. Die Mail koste ja maximal 3 Klicks mehr. Die Zeitspanne in der man sich vom Schock einer solchen Frage erholen muss, ist ungefähr dieselbe wie die, in der der Fragende den Unterschied erkennen würde.</p>
<p>Damit möchte ich nicht sagen, dass nichts und gar nichts aus der Masse von Technologie und Social Media hinterfragt werden darf, ganz im Gegenteil! Eine sinnvolle Debatte kann jedoch nur dann stattfinden, wenn alle Beteiligten wissen wovon Sie reden.</p>
<p>Es geht los, wenn Menschen fragen &#8220;<em>Wofür brauche ich denn das iPad?</em>&#8220;, und dabei vergessen, dass sie vor 2,5 Jahren beim iPhone die gleiche Frage gestellt haben (Danke für diesen Gedankengang, Johannes Schardt! Beinhaltender Artikel auf Spreeblick: <a href="http://www.spreeblick.com/2010/02/01/willkommen-in-der-minderheit/">Willkommen in der Minderheit</a>).<br />
Was in der Zwischenzeit geschehen ist, sollte Antwort genug sein.</p>
<p>Gut, bei Hardware greift mein Beispiel nicht, denn das iPad ist wie ein A8 weder kostenlos noch spontan auszuprobieren. Nichts desto trotz: Mehr Offenheit und Gelassenheit im Umgang mit Innovationen und vermeintlichen solchen kann auf gar keinen Fall schaden. Unglaublich und unfassbar schnell ist der technische Fortschritt ohnehin, um ihn begreifen und nutzen zu können muss man ihn zuallererst zulassen.<br />
Um z.B. Linux auszuprobieren, muss man nur ein Mal über seinen Schatten springen und eventuelle frühere, negativ in Erinnerung gebliebene Erfahrungen mit der vernünftigen Begründung beiseite schieben, dass sich die Umstände inzwischen verbessert haben könnten. Um eine meiner Lieblingsserien (wenn auch etwas aus dem Zusammenhang gerissen) zu zitieren: &#8220;<em>I question everything, it&#8217;s very healthy.</em>&#8221;</p>
<p><strong>Einstellung</strong><br />
Es ist ganz ähnlich wie bei Jugendlichen, die angeblich keine Erbsen oder keine Tomaten mögen. Die Wahrheit ist nämlich, dass sie es 1. nicht wissen und 2. nicht wissen können. Im Ernst: Erbsen. Tomaten. Soweit kann man sich jawohl im Griff haben, man muss das Gemüse ja nicht unbedingt lieben. Doch wird aus jedem &#8220;<em>Ich mag gerade nicht so gerne</em>&#8221; ein &#8220;<em>Ich möchte nie wieder probieren</em>&#8220;, verpasst man mehr als man kennen lernen kann.<br />
Hier komme ich, und dabei überrasche ich mich selbst, zu einem Kern jeder Erziehung: Dass frühere Meinungen und Urteile sehr wohl zu überprüfen sind, und man die Umwelt als sich änderndes Gefüge begreift, ist jawohl wesentlich für das eigene Vorankommen und die persönliche Entwicklung.</p>
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		<title>Facebook &amp; Twitter im Fluss der Zeit</title>
		<link>http://www.die-medienblogger.de/435/facebook-twitter-im-fluss-der-zeit/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 19:09:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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		<description><![CDATA[<img class="size-full wp-image-451" src="http://www.die-medienblogger.de/wp-content/uploads/TwFB.png" alt="TwFB" width="540" height="180" /><em>Evan Williams (Twitter) und Mark Zuckerberg (Facebook). Fotos genutzt unter verschiedenen CC-Lizenzen.
</em>
<p style="text-align: left">Es ist eine Weile vergangen, seit Twitter das letzte Mal im Zuge der Proteste im Iran großformatig von den klassischen Medien wie Zeitungen und Fernsehen betrachtet wurde. Weniger panische Meldungen, weniger "Was soll ich mit 140 Zeichen", sehr angenehm.
Facebook war schon so lange nicht mehr in den klassischen Medien ein großes Thema, dass ich mich nicht einmal mehr an den letzten Grund erinnern kann. Gut, es mag irgendeine Millionen-Schwelle der Nutzerzahlen in Deutschland gewesen sein.

Lange nichts passiert bei zwei der prägendsten Dienste (Das Jahr 2009 betrachtet) des Web2.0? Mitnichten. Zeit für eine Bestandsaufnahme.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-451" src="http://www.die-medienblogger.de/wp-content/uploads/TwFB.png" alt="TwFB" width="540" height="180" /><em>Evan Williams (Twitter) und Mark Zuckerberg (Facebook). Fotos genutzt unter verschiedenen CC-Lizenzen.<br />
</em></p>
<p style="text-align: left">Es ist eine Weile vergangen, seit Twitter das letzte Mal im Zuge der Proteste im Iran großformatig von den klassischen Medien wie Zeitungen und Fernsehen betrachtet wurde. Weniger panische Meldungen, weniger &#8220;Was soll ich mit 140 Zeichen&#8221;, sehr angenehm.<br />
Facebook war schon so lange nicht mehr in den klassischen Medien ein großes Thema, dass ich mich nicht einmal mehr an den letzten Grund erinnern kann. Gut, es mag irgendeine Millionen-Schwelle der Nutzerzahlen in Deutschland gewesen sein.</p>
<p>Lange nichts passiert bei zwei der prägendsten Dienste (Das Jahr 2009 betrachtet) des Web2.0? Mitnichten. Zeit für eine Bestandsaufnahme. War Twitter eine Eintagsfliege? Was macht Facebook, außer zu wachsen?<br />
<span id="more-435"></span><br />
<strong>Twitter</strong><br />
Vor einiger Zeit führte Facebook in seinen Statusupdates die Option ein, Freunde zu &#8220;markieren&#8221;. Jüngst <a href="http://www.querbeet-deluxe.com/2009/12/facebook-andert-privatsphare-einstellungen/">setzte Facebook, vom Großteil der Nutzerschaft sicher unbemerkt, &#8220;öffentlich&#8221; als neue Standardeinstellung</a> für Statusupdates.</p>
<p>Dies sind Vorgänge, die Facebooks Orientierung in Richtung Twitter offensichtlich machen. Doch (sehr zu unserem Glück, aber dazu komme ich später noch) wird auch bei Twitter wird nicht geschlafen. Und ich meine nicht nur den <a href="http://www.techcrunch.com/2009/11/16/twitters-new-headquarters-as-shown-off-by-employees-pictures/">Umzug ins neue HQ</a>.</p>
<p>Der <a href="http://www.querbeet-deluxe.com/2009/09/tweetdeck-facebook-twitter/">Wunsch nach Neuerungen</a> wurde fürs Erste befriedigt: So gibt es <strong>Listen</strong>, auf denen man Twitterer einer Rubrik zusammenfassen kann. Quasi Followerempfehlungen à la &#8220;Für diesen und jenen Bereich empfehle ich diese und jene Twitterer&#8221;. Es ist ein bisschen wie die Dienst-Eigene Nachfolge des #FollowFridays (#ff).</p>
<p style="text-align: left">Und noch ein von den Nutzern eingeführter Mechanismus hat endlich den Sprung hin zu einer &#8220;offiziellen&#8221; Twitter-Funktion bekommen: Der <strong>Retweet</strong> (RT).<br />
Beispiel: Ein Twitterer, dem ich followe retweetet einen Tweet. &#8211; Scharfer Satz, oder?<br />
Alter Mechanismus: Ich kann an einem fetten &#8220;RT&#8221; im Tweet erkennen, dass der Tweet im Original einen anderen Verfasser hat.<br />
Neuer Mechanismus: In meiner Timeline läuft der Tweet auf, obwohl ich dem verfassenden Twitterer gar nicht followe. Hinzugefügt wird lediglich ein kleines &#8220;<em>Retweeted by [Twitterer, dem ich followe]</em>&#8221;</p>
<p>Das sieht dann so aus:<br />
<a href="http://twitter.com/Jungle_World/status/7626018505"><img class="aligncenter size-full wp-image-445" src="http://www.die-medienblogger.de/wp-content/uploads/BeispielRT.jpg" alt="BeispielRT" width="397" height="62" /></a></p>
<p>Ob, inwieweit oder wann Twitter &#8220;richtig&#8221; im Mainstream ankommen wird, ist fraglich. Womöglich ist es dem Großteil der User etwas zu kryptisch, etwas zu &#8220;Linux&#8221;, dieser Service mit einzelnen Meldungen femder Menschen. Was ich aber festhalten muss: Für den Digital Native ist Twitter <a href="http://www.urbandictionary.com/define.php?term=imo">imo </a>in jedem Fall ein Gewinn.</p>
<p><strong>Facebook</strong><br />
Während Twitter langsam, aber sicher neue Features hinzufügt, entwickelt Facebook sich langsam aber ebenso sicher zum Rivalen für Google, geht es um die Krone der &#8220;Datenkrake&#8221;.<br />
Die &#8220;Reform&#8221; der Privatsphäre-Einstellungen erwähnte ich bereits oben. Brandaktuell ist die neue &#8220;Gib uns dein Adressbuch und <a href="http://www.querbeet-deluxe.com/2010/01/facebook-pusht-unsere-toleranz/">wir machen damit was wir möchten&#8221;-Funktion der aktualisierten iPhone-App</a>.<br />
Achtung: Nein, Holtzbrink hat Facebook nicht übernommen.<br />
Ich möchte den Teufel nicht an die Wand malen, aber Interviews wie <a href="http://therumpus.net/2010/01/conversations-about-the-internet-5-anonymous-facebook-employee/?full=yes">dieses</a>, dessen Echtheit jedoch zweifelhaft ist, geben einem das, was man wohl ein &#8220;schlechtes Gefühl dabei&#8221; nennt. &#8220;Dabei&#8221; mag dann so ziemlich alles sein, was man bei Facebook so tut. TechCrunch <a href="http://www.techcrunch.com/2010/01/11/rumpus-facebook-privacy/">macht sich Gedanken</a> zu dem zweifelhaften Interview.<br />
Doch zurück zu vollkommen begründeter Argumentation: Ob &#8220;Live-Meldungen&#8221; oder Privatsphäre: Facebook scheint sehenden Auges <a href="http://www.querbeet-deluxe.com/2009/12/facebook-andert-privatsphare-einstellungen/">sämtliche Kritik</a> zu ignorieren. </p>
<p>Das ist umso ärgerlicher, da Facebook unter der weiß-blauen Haube vor allem technisch einiges zu bieten hat. Kennen Sie &#8220;<strong>Connect with Facebook</strong>&#8221; bzw. &#8220;<strong>f connect</strong>&#8220;? Es ist eine Funktion, die es Nutzern erlaubt, sich auf unterstüzenden Websites per Klick mit ihrem FB-Account einzuloggen. Es wird einfach auf den Browser gespeicherten Facebook-Cookie zugegriffen, fertig ist die Laube.<br />
Damit senken Websites die Hemmschwelle für neue User um Einiges. Statt sich einen neuen Account anzulegen, kann der geneigte Neu-User einfach den blauen Button mit weißem f benutzen.<br />
Ganz zu schweigen von dem Potenzial, von dem wir noch nichts merken. So kaufte Facebook vor einer Zeit den Echtzeitdienst &#8220;FriendFeed&#8221;. Seitdem wartet jeder technisch ausgerichtete Nachrichtendienst auf die Ankündigung Facebooks, ab sofort komplett in Echtzeit abzulaufen.</p>
<p>Die <strong>technische Ausgereiftheit</strong> ist es, die Facebook gefährlich macht. Denn je obligatorischer eine Verlinkung zu Facebook und die Nutzung der passenden Features, desto schwieriger wird es. Nämlich, das Loch im Netzwerk, das Facebook hinterlassen würde, auszugleichen.<br />
Unzählige Links, eingebettet in heimelige Kommentare hunderter ge&#8221;friend&#8221;eter Bekannter, unsägliche Spielanwendungen mit passender Werbung in der Seitenleiste und Fanseiten, die Plattformen für Pressemitteilungen -jedoch direkt an User- sind.<br />
Ich finde gerade keine Statistik dafür, aber Facebook dürfte so etwas wie der weltweit größte usergepflegte Aggregator für Links sein, über den User andere Seiten besuchen.</p>
<p>Falls Facebook privatsphäretechnisch ein für alle Mal über die Stränge schlägt, und momentan fehlt bis dahin nicht viel, kann man nur hoffen, dass andere Netzwerke nachwachsen und zu Alternativen werden. Twitter ist für die Aggregierung von Informationen, die den Namen auch verdienen momentan ohnehin besser. Für den kompletten FB-Ersatz hat es jedoch keine ausreichend große Nutzerschaft &#8211; leider, aber leider wohl auch auf absehbare Zeit.</p>
<p><strong>Status</strong><br />
Ich stelle fest: Twitter ist nach dem Hype nicht verschwunden, ganz im Gegenteil. Facebook verliert Nutzerdaten zwar nicht ungewollt wie die VZ-Netzwerke, aber legt bei aller Professionalität ein unheimliches Gebaren an den Tag.</p>
<p>Die Quellen für das Titelfoto:<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Evan-Williams.jpg&amp;filetimestamp=20080620050116">Evan Williams @Wikipedia</a><br />
<a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mark_Zuckerberg_-_South_by_Southwest_2008_-_5.jpg">Mark Zuckerberg @Wikimedia Commons</a></p>
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		<title>Klassische Medien, nicht-klassische Themen: Keine gute Kombination</title>
		<link>http://www.die-medienblogger.de/411/klassische-medien-nicht-klassische-themen-keine-gute-kombination/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 09:00:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[#fail]]></category>
		<category><![CDATA[Android]]></category>
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		<category><![CDATA[Nexus One]]></category>
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		<description><![CDATA[<p style="text-align: center"><span style="color: #999999">oder</span> <strong>So schlecht ist das Nexus One nicht, aber das ist gar nicht der springende Punkt</strong></p>

<a href="http://www.die-medienblogger.de/411/klassische-medien-nicht-klassische-themen-keine-gute-kombination/"><img class="size-full wp-image-433 " src="http://www.die-medienblogger.de/wp-content/uploads/NewsScooterRes.jpg" alt="NewsScooterRes" width="544" height="211" /></a><em>Bild von Ed Yourdon, genutzt unter CC-Lizenz</em>

Es gibt Technikfreaks, und es gibt Technikinteressierte. So gibt es in jedem Bereich richtige Profis und, sagen wir mal, "ambitionierte Normalos". Es ergibt sich auf diese Weise häufig ein schöner Kreislauf, den wir auch als <strong>Erfahrungsaustausch </strong>kennen.

Wünscht man sich Journalisten, die in der Erfahrungsaustausch-Hierarchie unter einem stehen? Nicht wirklich.
<!--more-->]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center"><span style="color: #999999">oder</span> <strong>So schlecht ist das Nexus One nicht, aber das ist gar nicht der springende Punkt</strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/yourdon/2766873592/"><img class="size-full wp-image-433 " src="http://www.die-medienblogger.de/wp-content/uploads/NewsScooterRes.jpg" alt="NewsScooterRes" width="544" height="211" /></a><em>Bild von Ed Yourdon, genutzt unter CC-Lizenz</em></p>
<p>Es gibt Technikfreaks, und es gibt Technikinteressierte. So gibt es in jedem Bereich richtige Profis und, sagen wir mal, &#8220;ambitionierte Normalos&#8221;. Es ergibt sich auf diese Weise häufig ein schöner Kreislauf, den wir auch als <strong>Erfahrungsaustausch </strong>kennen.</p>
<p>Wünscht man sich Journalisten, die in der Erfahrungsaustausch-Hierarchie unter einem stehen? Nicht wirklich.<br />
<span id="more-411"></span>Und vor allem sollte man davon ausgehen, dass Artikel im Bereich &#8220;Netzwirtschaft&#8221; einer &#8220;großen deutschen Tageszeitung wie der FAZ&#8221; eine gewisse Mindestqualität erfüllen. Wohlgemerkt, Rubrik &#8220;Wirtschaft&#8221;, also eigentlich kein &#8220;Computer- oder Technikspielkram&#8221;.</p>
<p>Die Realität ist jedoch, dass man als FAZ-Redakteur entweder kein Englisch beherrschen muss, oder unter &#8220;Recherche&#8221; nicht einmal so etwas wie &#8220;etwas bei Google eingeben&#8221; versteht. Anders ist kaum zu erklären, wie dieses Meisterwerk der unzureichenden (ich würde sogar sagen: irreführenden) Berichterstattung zustande kommt: <a href="http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc~E174D2C94348943B7B40D8DA63D86F621~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Smartphone Nexus One: Googles Griff nach dem mobilen Internet</a>.<br />
Im Kontrast dazu sei <a href="http://www.techcrunch.com/2010/01/05/google-nexus-one-the-techcrunch-review/">Google Nexus One: The TechCrunch Review</a> betrachtet. Und nein: TechCrunch ist alles andere als ein News-Startup, dass es nur noch nicht auf den Recherche-Radar der FAZ geschafft hat.</p>
<p><strong>&#8220;Der neue iPhone-Killer&#8221;</strong><br />
Doch von Vorne: Der Autor des FAZ-Artikels hat es eigentlich recht leicht. Sich ein bisschen vorsichtig äußern, zum x-ten Mal die Schwächen des iPhones aufzählen, die Stärken des vermeintlichen &#8220;iPhone-Killers&#8221; ebenso, und letzterem am Ende ein gewisses Potenzial zusprechen. Fertig ist die Standard-Review zu neuen Smartphones, seit es das iPhone gibt. Nicht gut, aber auch nicht zwingend peinlich.</p>
<p>Doch was tut er? In erster Linie widerspricht ersich selbst.</p>
<blockquote><p><em>Google weiß wohl selbst, dass das Gerät keine Sensation ist und den Mobilfunkmarkt in Sachen Hardware nicht revolutionieren wird</em><br />
<strong><em>VS.</em></strong><br />
<em>Es war weniger das Äußere des Nexus One, was interessierte, sondern die technischen Werte der Hard- und Software. Und die sind sehr ordentlich und setzen sogar teilweise neue Maßstäbe</em><br />
<strong><em>VS.</em></strong><br />
<em>Ohne dass bisher jemand das Nexus One ausführlich testen konnte, lässt sich mit den Erkenntnissen weniger Kurztester und den technischen Werten sagen, dass das Nexus One in Sachen Hardware mit anderen Smartphones mithalten kann, aber keine Revolution darstellt.</em></p></blockquote>
<p>Noch eine Runde:</p>
<blockquote><p><em>Zudem kann es nicht mit innovativen Features aufwarten, die den Nutzer in Staunen versetzen könnte.</em> (sic!)<br />
<strong><em>VS.</em></strong><br />
<em>Das Nexus One hat ein zweites Mikrofon, das auf der Rückseite angebracht ist und dadurch Android hilft, Sprache störungsfrei weitergeben zu können.</em><br />
<strong><em>VS.</em></strong><br />
<em>This is the best mobile phone display on the market today, blowing away the iPhone’s 480 x 320 display. The screen is bright and alive, and an absolute pleasure to use.</em></p></blockquote>
<p>Genug Gegenüberstellungen? Achtung, einen <strong>echten Klassiker</strong> hab ich noch:</p>
<blockquote><p><em>Die Hardware steckt in einem Gehäuse mit 11,5 Zentimeter Tiefe, was recht schmal ist, und wiegt 130 Gramm, was recht leicht ist.</em></p></blockquote>
<p>Dieser Satz schlägt sich ganz von selbst. Oha, und der Fehler mit der Tiefe (recht schmal?) ist mir eben erst aufgefallen (:D) . Naja. Da &#8220;recht schmal&#8221; und &#8220;recht leicht&#8221; ja DIE Maßeinheiten schlechthin sind, ist der Satz unglaublich aussagekräftig. [Ironie] Und die große Frage bleibt: Was wiegt denn die Hardware mit dem Gehäuse zusammen? [/Ironie]</p>
<p><strong>Argumente, die keine sind</strong><br />
Um diesen geradezu &#8220;Vorfall&#8221; zu nennenden Artikel etwas zu abstrahieren: Wenn eine deutsche Tageszeitung kein Nexus One zum testen bekommt, dann ist das schade. Aber es ist kein Grund, unvollständige und dadurch zwangsläufig stark verzerrende Argumente vorzubringen, um die eigene Sichtweise zu stützen.</p>
<p>Geradezu absurd ist die Passage <strong>Vertragsfreiheit ist keine echte Hemmschwelle</strong>, die (entgegen ihres Titels) argumentiert, der exklusive Vertrieb des iPhones durch T-Mobile sei keine Hemmschwelle für Interessenten. Einen Absatz davor vertritt der Autor noch eine andere Meinung, aber wen wundert das schon?</p>
<p>Es mag arrogant klingen, aber wie kann man sich heutzutage als Redakteur auch nur entfernt mit dem iPhone beschäftigen, ohne die Restriktionen zu berücksichtigen, die T-Mobile einem als Kunden auferlegt? Kostprobe: <a href="http://www.querbeet-deluxe.com/2009/12/provider-aus-dem-letzten-jahrhundert/">Provider aus dem letzten Jahrhundert</a> @querbeet-deluxe.com</p>
<p>Wie kann man über das Nexus One schreiben, und <strong>Google Voice</strong> nur indirekt erwähnen? Ein Feature, das dem Tester von TechCrunch einiges an Zeilen wert ist, findet bei Herrn Dettweiler keine Beachtung. Und das, obwohl er offensichtlich auf der Suche nach Features ist, die das Nexus One aus der Masse hervorstechen lassen. Natürlich ist auch die oben verlinkte Review von TechCrunch nicht der Weisheit letzter Schuss &#8211; jedoch übernimmt sie keine Halbsätze aus Werbeveranstaltungen, und begründet Argumente hinreichend.</p>
<p><strong>Die Moral</strong><br />
Noch einmal zum Mitschreiben, und um meinen Bildblog-ähnlichen Ausfall zu rechtfertigen: Wenn er keine Ahnung hat, schreibt der geneigte &#8220;Qualitätsjournalist&#8221; anscheinend einfach irgendwas. Mit Tippfehlern und Herstellerzitaten ohne Ende.</p>
<p>Ein tolles Beispiel dafür, wie wenig man sich in bei jeglichen Fragen auf das ach so gesetzte und gönnerhafte Journalistentum verlassen kann. Und wie niedrig die Einstellungsvoraussetzungen bei manchen Verlagen sein müssen: Medienkompetenz auf Grundschulniveau.<br />
Nebenbei lässt der Artikel einen auch erkennen, wie herrlich gnadenlos das Internet ist. Zwei Websites sind exakt gleich &#8220;einfach&#8221; zu erreichen, ihre Inhalte stehen somit in direkter Konkurrenz. Kein &#8220;Ich hab da doch letztens was gelesen&#8221;: Die Chronik befördert gelesene Artikel wieder ins volle Bewusstsein.</p>
<p>Das macht es für uns als User sehr viel einfacher, unzureichende Information als solche zu entlarven.</p>
<p><strong>Links zum Thema</strong><br />
Freude machen die <a href="http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc~E174D2C94348943B7B40D8DA63D86F621~ATpl~Ekom~SKom~Ak~E328701.html">&#8220;Lesermeinungen zum Beitrag&#8221;</a>, sie geben einem den Glauben an die Menschheit zurück, nach dem der betreffende Artikel sie rigoros zugrunde gerichtet hat. Bazinga! Wann fängt man an, das Feedback zu berücksichtigen?</p>
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		<title>Springer läuft auf den Holzweg</title>
		<link>http://www.die-medienblogger.de/356/springer-lauft-auf-den-holzweg/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Dec 2009 19:26:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzte Woche, bam! ganz plötzlich, war der Großteil des Inhalts von abendblatt.de, der Homepage des Hamburger Abendblatts, nicht mehr kostenlos abrufbar.
Lediglich Abonnenten können weiterhin auf alle Artikel zugreifen, oder aber Menschen die für 7,95€ monatlich zu Online-Abonnenten werden möchten.
Die Springer AG zieht Läufer um Läufer aus ihrem Angebot vor in die Offensive gegen die im Internet herrschende “Freibiermentalität”. Stefan Niggemeier kritisiert diesen Schritt und speziell dessen Rechtfertigung vonseiten des Abendblatts scharf auf seinem Blog: Aussichtslos, selbstmörderisch, unverschämt.

Neckisches Detail: Nicht einmal der Erwerb einzelner Artikel auf abendblatt.de ist möglich. Man kauft einen ganzen Monat, oder gar nichts. Das scheint kaufmännischer Unsinn zu sein, und ist es wohl auch – das ist Springer aber egal.
Und ganz nebenbei einmal gesagt: Abendblatt? Qualität? Ein durchschnittlich begabter Mittelstüfler vor einem dpa-Ticker schreibt wahrscheinlich bessere “Berichte”.
<!--more-->]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_360" class="wp-caption aligncenter" style="width: 506px"><a href="http://www.flickr.com/photos/doviende/77324602/"><img class="size-full wp-image-360  " src="http://www.die-medienblogger.de/wp-content/uploads/catklein1.jpg" alt="catklein" width="496" height="216" /></a><p class="wp-caption-text">Das Foto stammt von &quot;doviende&quot; und steht unter einer CreativeCommons-Lizenz</p></div>
<p>Letzte Woche, <em>bam!</em> ganz plötzlich, war der Großteil des Inhalts von <a href="http://www.abendblatt.de/">abendblatt.de</a>, der Homepage des Hamburger Abendblatts, nicht mehr kostenlos abrufbar.<br />
Lediglich Abonnenten können weiterhin auf alle Artikel zugreifen, oder aber Menschen die für 7,95€ monatlich zu Online-Abonnenten werden möchten.<br />
Die Springer AG zieht Läufer um Läufer aus ihrem Angebot vor in die Offensive gegen die im Internet herrschende &#8220;Freibiermentalität&#8221;. Stefan Niggemeier kritisiert diesen Schritt und speziell dessen Rechtfertigung vonseiten des Abendblatts scharf auf seinem Blog: <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/aussichtslos-selbstmoerderisch-unverschaemt/">Aussichtslos, selbstmörderisch, unverschämt</a>.</p>
<p>Neckisches Detail: Nicht einmal der Erwerb einzelner Artikel auf abendblatt.de ist möglich. Man kauft einen ganzen Monat, oder gar nichts. Das scheint kaufmännischer Unsinn zu sein, und ist es wohl auch &#8211; das ist Springer aber egal.<br />
Und ganz nebenbei einmal gesagt: Abendblatt? Qualität? Ein durchschnittlich begabter Mittelstüfler vor einem dpa-Ticker schreibt wahrscheinlich bessere &#8220;Berichte&#8221;.<span id="more-356"></span></p>
<p><strong>Meistgekauft und meist verschmäht</strong><br />
Um auf die Läufer um Läufer-Metapher zurückzukommen: Was vernünftig denkenden Menschen unbegreiflich erscheint, ist eingetreten: Die Bild-App steht seit längerer Zeit bei den meistgekauften Apps ganz, ganz weit oben. Dies ist entweder ein Indiz dafür, dass das iPhone zu günstig zu haben ist, oder der durchschnittliche iPhone-Nutzer doch anders aussieht als ich immer dachte.<br />
Was meinen Glauben in die Menschheit allerdings im Ansatz wieder festigt, sind die sage und schreibe 840 Bewertungen, die die Bild-App bisher erhalten hat. Das sind sehr viele, die nächsten &#8220;meistgekauften&#8221; Apps haben 118, 66, 121 und 37 Bewertungen.</p>
<p>Es sind Rezensionen im Stile von: &#8220;<em>dafür monatlich 1,59€</em>?&#8221;, &#8220;sein Geld nicht wert&#8221;, &#8220;definitiv das langsamste Nachrichtenportal&#8221;, &#8220;App an sich ist gut, stürzt nur dauernd ab&#8221;. Das zunächst undurchsichtige 30-Tage-System wird also kritisiert, sowie die technisch schlechte Umsetzung der App.</p>
<p>Bedauernswert sind Rezensenten, die darauf hinweisen, dass die &#8220;Zeitung&#8221; ja täglich 60 Cent koste, die App daher gar nicht &#8220;für immer&#8221; gültig sein könne, und das Abosystem (1,59€ mtl.) daher gerechtfertigt sei. Warum sollte aber auch jemand, der sich nur per &#8220;Bild&#8221; informiert auf die Idee kommen, über sein iPhone echte, andere, kostenfreie Nachrichtenseiten anzusurfen? Oder gar deren kostenfreie Apps zu nutzen?</p>
<p>Denn achtung: Die gibt&#8217;s. Das Handelsblatt hat mit dem eigenen Seiten-Relaunch auch eine iPhone-App zur Verfügung gestellt, die deutlich komfortabler ist als die Website. <strong>*Tusch*</strong> und das kostenlos. Alle 30 Tage wieder, und zwischendurch auch. Oder aber z.B. die App von &#8220;<a href="http://www.wired.com/">Wired</a>&#8220;, die Blogposts und Videos der Sektion &#8220;Gadget Lab&#8221; beinhaltet und auf dem iPhone leicht zugänglich macht. Mit Werbung, aber kostenlos.</p>
<p>Es steht also die Frage im Raum, in welchem Maße der Online-Vertrieb gegen Bezahlung funktioniert, angenommen wird und für Springer verloren gegangene Werbeerlöse kompensieren kann.</p>
<p>Werden Prophezeiungen diverser Blogger (inkl. mir) und frisch denkender Journalisten wahr, so hat Springer damit nicht die eierlegende Wollmilchsau verpflichtet. Ob und wie Springer den eingeschlagenen Weg bei Nichterfolg wieder verlassen wird, dürfte allerdings fraglich sein.</p>
<p><strong>Die Welt ist ohnehin nicht genug</strong><br />
Auch das journalismusähnliche Angebot der &#8220;Welt&#8221; ist neuerdings per App verfügbar. Hier kommt noch ein peinliches Moment hinzu: die aktuelle Kampagne der &#8220;Welt kompakt&#8221;.</p>
<p>Mit Slogans wie &#8220;Wir haben so viele Freunde auf Facebook, dass wir für die echten neue Namen brauchen&#8221; biedert sich die Welt kompakt an. Der Kracher kommt jedoch erst mit dem Claim &#8220;Sind wir reif für eine neue Zeitung?&#8221;.</p>
<p>Ich schon, und du hoffentlich auch, lieber Leser. Ein überkommenes Verkaufsschema mit der Brechstange verteidigende Verlage sicher nicht.</p>
<p><strong>Apple ftw, again!</strong><br />
Innovationen bleiben aus, eine Vertriebsidee mit Zukunft ist am Horizont nicht zu erkennen. Außer natürlich mit Apples Tablet PC. Als Branchenfremder hat Apple schon einer Industrie (Musik und so) gezeigt wo es lang geht, und ist ohnehin immer für eine Überraschung gut. Das ist jetzt nur eine kurze Mutmaßung von mir, aber immerhin eine Möglichkeit. Wenn auch ein weit über 1000€ kostendes Gerät nicht als der wahrscheinlichste Papier-Ersatz erscheint.</p>
<p>Dass ein Stück Hardware die Zeitungsindustrie aber nicht nur weiter bringen, sondern sogar mit größtem Erfolg revolutionieren könnte, ist aber meines Erachtens nach ein lohnender Gedanke. Amazons Kindle ist wohl nicht der heilige Gral, auf den man in dieser Hinsicht noch hoffen kann. Der eBook-Markt steckt in Deutschland ohnehin noch in den Kinderschuhen&#8230; warum kommen Innovationen immer aus den USA, warum warten wir damit, bis uns jemand zeigt wie es geht?</p>
<p><strong>Selber anpacken?</strong><br />
Ein günstiges, gut funktionierendes Gerät mit einem sehr kontraststarken Display, Internetanbindung und womöglich einem neuen Format zwischen Website und PDF, quasi einem Kindle in guter Umsetzung&#8230; warum nicht?<br />
Verlage sollten doch wissen, wie so etwas sich anfühlen müsste, schließlich sind sie ach so qualitätsbewusst und möchten unbedingt etwas verkaufen. Bei entsprechendem Absatz ließe sich evtl. auch ein lukrativeres Werbeangebot realisieren.</p>
<p style="text-align: left">Ich bin auf jeden Fall gespannt, was die Zukunft so bringt. Rund 9,60€ im Jahr für auf ein Schütteln hin sich ausziehende Bild-Girls gehören jedoch auf keinen Fall zu dem, was von der Zukunft des Journalismus derzeit nicht zu sehen ist.</p>
<p><strong><em>Links zum Thema</em></strong><br />
Vor einiger Zeit habe ich auf querbeet-deluxe.com einen Artikel zum gleichen Thema, jedoch mit anderer Ausrichtung geschrieben: <a href="http://www.querbeet-deluxe.com/2009/07/journalismus-nicht-umsonst-aber-kostenlos/">Journalismus: nicht umsonst, aber kostenlos</a></p>
<p>Thomas Knüwer schreibt auf seinem Blog &#8220;Indiskretion Ehrensache&#8221; ebenfalls über die Abendblatt-Geschichte: <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2009/12/trotz-und-abendblatt/">Trotz und Abendblatt</a>, und greift dabei ebenfalls die schlechten Kritiken für die Springer-Apps auf.</p>
<p>Carta.info schreibt, wie man die Bezahlung beim Abendblatt umgehen kann: <a href="http://carta.info/20341/abendblatt-de-die-paid-content-schranke-funktioniert-gar-nicht/">Abendblatt.de: Die Paid-Content-Schranke hat eine Google-Hintertür</a></p>
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		<title>Warum ich Medienblogger bin: Timm</title>
		<link>http://www.die-medienblogger.de/84/warum-ich-medienblogger-bin-timm/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 13:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Disruptive Technologien]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Netzneutralität]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienblog.compuccino.net/?p=84</guid>
		<description><![CDATA[Vor einiger Zeit löste man mit Technik zum größten Teil Probleme, die man ohne sie gar nicht gehabt hatte. Doch natürlich hat sich das Aufwand/Nutzen-Verhältnis längst stark verbessert. Ernsthafte Arbeit ohne den Einsatz von Technik erscheint, um nicht zu sagen: ist unmöglich.

Wikipedia zeigt eindrucksvoll, welchen Mehrwert "Vernetzung" erzielt. Doch Schluss ist damit noch lange nicht, es geht noch viel mehr. Wir erahnen soeben erst die Möglichkeiten des Internet. Zumindest seine disruptiven Auswirkungen lernen wir erst in vollem Umfang kennen, wie z.B. die Zeitungslandschaft zu berichten weiß. Doch wohin sich die Auswirkungen des Internets erstrecken, da entsteht etwas neues für all das, was verdrängt wird.

In der Mitte der Gesellschaft fängt  das Internet gerade erst an anzukommen, das Potenzial dieser Technologie ist folglich kaum ein- bzw. zu überschätzen. Doch wie alles Neue, wie jede Technologie verschreckt das Internet auch viele Menschen. Ob für Internet-ungeübte, Internetgegner, Ewiggestrige, Engstirnige oder scheinbar Unbelehrbare: Es muss einiges an Versöhnungsarbeit geleistet werden, ab von abkapselndem Fachsimpeln unter Insidern, Informatikern und Digital Natives. Nicht, weil "mehr Menschen profitieren" sollen. Wer nicht will, der muss im Prinzip auch nicht wollen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit löste man mit Technik zum größten Teil Probleme, die man ohne sie gar nicht gehabt hatte. Doch natürlich hat sich das Aufwand/Nutzen-Verhältnis längst stark verbessert. Ernsthafte Arbeit ohne den Einsatz von Technik erscheint, um nicht zu sagen: ist unmöglich.</p>
<p>Wikipedia zeigt eindrucksvoll, welchen Mehrwert &#8220;Vernetzung&#8221; erzielt. Doch Schluss ist damit noch lange nicht, es geht noch viel mehr. Wir erahnen soeben erst die Möglichkeiten des Internet. Zumindest seine disruptiven Auswirkungen lernen wir erst in vollem Umfang kennen, wie z.B. die Zeitungslandschaft zu berichten weiß. Doch wohin sich die Auswirkungen des Internets erstrecken, da entsteht etwas neues für all das, was verdrängt wird.</p>
<p>In der Mitte der Gesellschaft fängt  das Internet gerade erst an anzukommen, das Potenzial dieser Technologie ist folglich kaum ein- bzw. zu überschätzen. Doch wie alles Neue, wie jede Technologie verschreckt das Internet auch viele Menschen. Ob für Internet-ungeübte, Internetgegner, Ewiggestrige, Engstirnige oder scheinbar Unbelehrbare: Es muss einiges an Versöhnungsarbeit geleistet werden, ab von abkapselndem Fachsimpeln unter Insidern, Informatikern und Digital Natives. Nicht, weil &#8220;mehr Menschen profitieren&#8221; sollen. Wer nicht will, der muss im Prinzip auch nicht wollen.</p>
<p>Das Motiv ist ein anderes: Wir legen jetzt, in diesen Jahren den Grundstein für die Struktur, die das Internet haben wird. In den USA ist die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Netzneutralit%C3%A4t">Netzneutralität</a> ein großes Thema gewesen, und erfolgreich durchgesetzt worden. Auf deutschen Straßen würde sie wahrscheinlich für eine Tennisregel, oder aber für die Gleichbehandlung von Beifang aus Nord- und Ostsee gehalten werden.</p>
<p>Doch sie ist nichts anderes als die Grundregel, die unsere Informationsgesellschaft dringendst benötigt.</p>
<p>Auf die Netzneutralität selber werde ich sicher noch genauer eingehen, daher der Schlusssatz: Es gibt einiges zu tun auf der Spielwiese Internet, und vor allem hinter den Kulissen derselben. Was mir wichtig erscheint, möchte ich hervorheben und mit Aufmerksamkeit versehen wissen. Darum bin ich Medienblogger.</p>
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