Medienkompetenz
Die Medienklasse ist keine Zukunftsmusik mehr. Es gibt sie auch heute schon, z.B. an der Archenhold Oberschule in Berlin. In einer Gesprächsrunde mit Herrn Uhlig, dem Direktor der Schule, Frau Mieke Senftleben, Sprecherin der FDP-Fraktion für Bildung, Familie und Religionsgemeinschaften im Berliner Abgeordnetenhaus und den Berliner JuLis haben wir erste Ergebnisse aus dem Miteinander in einer solchen Klasse zusammentragen können.
Beobachtet man dieser Tage die Welt der Netzpolitik aufmerksam, so fällt auf, dass sich vor allem ein Wort inflationär seinen Weg in die Ungenauigkeit bahnt: Medienkompetenz. Was ist damit eigentlich gemeint? Und muss man schon kompetent sein oder muss man es werden, damit man sich mit diesem Wort schmücken darf? Die Kritik geht nicht dahin, eine wissenschaftlich-lexikalisch anmutende Wortdefinition vorzunehmen, um Klarheit zu schaffen. Vielmehr geht es darum, einen wenigstens weitgehend homogenen Inhalt zu vermitteln. Ansonsten verpufft die vermeintliche Alltagstauglichkeit.
Foto von “wfyurasko”, genutzt unter CC-Lizenz
Ein ganz, ganz signifikanter Faktor am Social Web ist, dass es immer etwas neues gibt. Sobald ein “etwas” aus der großen Masse des Neuen herausschicht, berichten sehr schnell sehr viele Stellen darüber. Es könnte ja das nächste große Ding sein, “Twitter II” quasi. Es gibt Menschen wie Herrn Schirrmacher, die “da nicht mehr mitkommen”, die zur Mäßigung aufrufen und dazu, “den Computer” doch häufiger mal auszuschalten.
Das ist in etwa so, als ob sich der Papst zur neusten Entwicklung auf dem Spirituosenmarkt äußern würde. Da spricht jemand, der mehr Angst als Zuversicht und Ahnung hat. Bedenken an dem ganzen technischen Kram äußern mag von Zeit zu Zeit populär sein, aber “so kommen wir ja nicht weiter“, um Franjo Pooth zu zitieren.
oder So schlecht ist das Nexus One nicht, aber das ist gar nicht der springende Punkt
Bild von Ed Yourdon, genutzt unter CC-Lizenz
Es gibt Technikfreaks, und es gibt Technikinteressierte. So gibt es in jedem Bereich richtige Profis und, sagen wir mal, “ambitionierte Normalos”. Es ergibt sich auf diese Weise häufig ein schöner Kreislauf, den wir auch als Erfahrungsaustausch kennen.
Wünscht man sich Journalisten, die in der Erfahrungsaustausch-Hierarchie unter einem stehen? Nicht wirklich.
Beruf – Berufung – Profession … diese Begriffe scheinen für traditionelle – und jetzt muss ich das Wort benutzen – Berufe zu gelten, aber treffen nicht unmittelbar auf Medienberufe zu. Natürlich gibt es diverse Tätigkeiten, die sich bereits soweit etabliert haben, sodass man von einem Beruf sprechen kann, aber gerade im Online-Bereich sind die Grenzen vage und verwischt. Das Tätigkeitsfeld des Journalismus scheint klar definiert – gilt dies aber auch für den Online-Journalismus? Oder sind Online-Journalisten keine echten Journalisten – oder einfach andere? Dann müsste aber auch die Bezeichnung anders sein. Für Werber und PRler gilt dies noch mehr, denn … [Weiterlesen]




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