Die politische Diskussion in Deutschland hat in Google Streeview ein Thema gefunden, an dem sich treffend zeigt, wie intensiv ein Thema öffentlich behandelt werden kann, ohne zu dessen eigentlichen (diskussionswürdigen) Kern vorzustoßen.
In der Ausgabe der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 14. August konnte man lesen, warum einige Bürger gegen Streetview sind. Etwa ein Drittel der Befragten gaben an, daß der Blick in die Wohnung privat sei. Ich habe mich gefragt, ob die Streetview überhaupt jemals gesehen haben.
So unzutreffend die Befürchtung ist, der Blick in die eigene Wohnung sei nun weltweit freigegeben, so zutreffend ist es … [Weiterlesen]
Wir befinden uns sicherlich zumindest in der Nähe einer Schranke, hinter der unsere Intellekt und die Computerwelt aneinandergeraten. Die immense Quantität der Daten trifft auf die intellektuelle Unfähigkeit des Menschen, dieser Herr zu werden, sie gar zu begreifen. Ergo verlässt sich der Mensch auf die technischen Auswertungen und Lösungsvorschläge und freut sich insgeheim, Entscheidungen abtreten zu können. Soweit muss ich Schirrmacher recht geben.
Foto von “wfyurasko”, genutzt unter CC-Lizenz
Ein ganz, ganz signifikanter Faktor am Social Web ist, dass es immer etwas neues gibt. Sobald ein “etwas” aus der großen Masse des Neuen herausschicht, berichten sehr schnell sehr viele Stellen darüber. Es könnte ja das nächste große Ding sein, “Twitter II” quasi. Es gibt Menschen wie Herrn Schirrmacher, die “da nicht mehr mitkommen”, die zur Mäßigung aufrufen und dazu, “den Computer” doch häufiger mal auszuschalten.
Das ist in etwa so, als ob sich der Papst zur neusten Entwicklung auf dem Spirituosenmarkt äußern würde. Da spricht jemand, der mehr Angst als Zuversicht und Ahnung hat. Bedenken an dem ganzen technischen Kram äußern mag von Zeit zu Zeit populär sein, aber “so kommen wir ja nicht weiter“, um Franjo Pooth zu zitieren.
Evan Williams (Twitter) und Mark Zuckerberg (Facebook). Fotos genutzt unter verschiedenen CC-Lizenzen.



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